LUCAS GOES PREUNGESHEIM 2017

LUCAS GOES PREUNGESHEIM

Während der Osterferien faulenzen und womöglich zu Hause vor der Glotze sitzen? Fehlanzeige! Jedenfalls für die neun Schüler/innen aus dem Hort des Kinderzentrums Jaspertstraße in Frankfurt-Preungesheim (Kiz 66). Hier lautete das Motto im April: Mitmischen!, und zwar bei LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans.

Denn Partizipation wird bei LUCAS großgeschrieben. Die Zehn- bis Dreizehnjährigen kuratierten gemeinsam ein buntes Kurzfilmprogramm und laden zu einem offenen Open-Air Kinoabend am Freitag, 18. August, in ihren Stadtteil ein. Initiiert hat das Projekt die Leiterin der Abteilung Filmbildung und -vermittlung des Deutschen Filminstituts, Christine Kopf, in Kooperation mit der Preungesheimer Quartiersmanagerin Angela Freiberg.

Zusammen mit LUCAS-Mitarbeiterin Marie Wolters haben die Kinder in ihrer Kurator/innen-Rolle während der vier Projekttage vor dem langen Osterwochenende vor allem diskutiert, gebastelt, viel zum Thema Film gelernt und dabei viel gelacht. Nachdem sie am ersten Tag zu einer Führung durch die Dauerausstellung und den Vorführraum des Kinos des Deutschen Filmmuseums eingeladen waren, sahen sie sich in der Folge insgesamt 17 Kurzfilme aus den verschiedenen Alterskategorien an, die 2016 bei LUCAS gezeigt wurden. Hieraus wählten die Schüler/innen ihr persönliches »Best-of« aus, indem sie jeden Film mit einer Punktzahl zwischen 0 und 10 bewerteten.

In ihr Kinoprogramm nahmen sie schließlich die sieben beliebtesten Filme auf: THE RED THUNDER (US/ES 2015, R: Alvaro Ron), MAABAA (DE/PS/JO 2016, R: Ahmad Saleh), ZU KLEIN FÜR DIESE WELT (DE 2016, R: Keno Bültena), PIPOPINGVIINI (IR/FI 2015, R: Leevi Lemmetty), SLUSH ICE (DK 2016, R: Søren Grinderslev Hansen), ORMAN (TR 2015, R: Arif Onur Saylak) und nicht zuletzt YAADIKOONE (FR 2016, R: Marc Picavez), Gewinnerfilm aus der Kategorie kurze und mittellange Filme von LUCAS 2016. Der Lieblingsfilm von Robel (12) ist SLUSH ICE. Die zehnjährige Lydia stimmt ihm zu: »SLUSH ICE war cool und spannend.« Allerdings waren sich die Kinder nur selten in ihren Punktevergaben einig, sodass sie nach jedem Film zunächst einmal heftig argumentieren und begründen mussten, was sie an dem Film doof oder besonders gut fanden.

Mitmischen! bei LUCAS bedeutet aber nicht nur, Filme zu sichten, Impressionen auszutauschen und schließlich ein Programm zu erstellen. Dazu gehört auch, selbst zwei Trailer-Filme zu drehen, die das sorgfältig ausgewählte Kurzfilmprogramm abrunden und einrahmen. So erarbeiteten die Schüler/innen als Höhepunkt ihrer intensiven Projektwoche zwei Trickfilme im Werkstattraum des Deutschen Filmmuseums.

Damit der Open-Air-Kinoabend ein voller Erfolg wird, musste er noch bekannt gemacht werden. Hierfür gestalteten die Kinder auf einem weiteren Termin mit dem Filmmuseum farbenfrohe Plakate und Flyer, die in Preungesheim verteilt wurden. Aber wer führt das Publikum durch den Abend? Die elfjährige Sosna natürlich und dafür übt sie jetzt schon mal ein bisschen. Nachdem ihre Freundin Mahlet (11) ihr mit dem Ruf »Licht auf Sosna!« das Wort erteilt hat, legt Sosna los: »Meine Damen und Herren, herzlich willkommen bei LUCAS goes Preungesheim…« und ist für eine ganze Weile nicht mehr zu stoppen.

Ihr knapp anderthalbstündiges Kurzfilmprogramm führen die Schüler/innen am Freitag, 18. August, am »Rolli« in der Karl-Kirchner-Siedlung unter freiem Himmel bei Einbruch der Dunkelheit vor.