Grußworte 2018

Grußworte

Editorial

Julia Fleißig
Festivalleiterin

Vorhang auf für LUCAS #41!

Das aktuelle Festivalprogramm richtet sich an junge und junggebliebene Freund/innen des bewegten Bildes von vier Jahren bis 18plus. Die Jüngsten erleben vielleicht das erste Mal Film auf der großen Leinwand, wenn in den interaktiven Angeboten für »Minis« Licht und Schatten zum Leben erwachen. Programme wie die kuratierte Reihe der »Young European Cinephiles« sind absolut erwachsenentauglich.

Ganz besonders freue ich mich über die neue Wettbewerbssektion, mit der wir ein Zeichen dafür setzen, dass LUCAS für alle Altersgruppen etwas zu bieten hat. Analog zu den etablierten Wettbewerben der Alterskategorien 8+ und 13+ präsentiert LUCAS mit den »Youngsters « aktuelles internationales Filmschaffen. In diesem Fall für ein Publikum ab 16 Jahren, mit Augenmerk auf visuell und thematisch anspruchsvolle Produktionen. Fünf Filme, vier davon unter weiblicher Regie entstanden, lassen im Abendprogramm jedes Cineastenherz höher schlagen.

Alle Wettbewerbsbeiträge erzählen Geschichten von jungen Protagonist/innen quer über den Globus. Sie eröffnen Horizonte, spiegeln eigene Realitäten und schaffen neue Perspektiven, sie lassen eintauchen in die Kulturen und den Alltag in fernen Ländern. Filme bewegen, unterhalten, lassen mitfiebern und regen zur Reflexion an. Sie machen Mut, den individuellen Weg zu finden und fördern einen respektvollen Umgang miteinander.

Im Fokus stehen bei LUCAS sowohl der Austausch der Filmschaffenden mit dem Nachwuchs, als auch die Projekte unter dem Label »Mitmischen!«, die einladen, das Festivalgeschehen mitzugestalten. Neu auf der Agenda ist »LUCAS dokt!«: Bei diesem partizipativen Filmprojekt produzieren Jugendliche eine Festivaldokumentation.

Mit der Klassikerreihe reisen wir zurück in die 80er Jahre und am Familientag machen Kinder und Jugendliche mit Workshops und Probierstationen Ausflüge in digitale Welten.

Allen Förderern und Partnern von LUCAS danke ich von Herzen für ihre Unterstützung.

Licht aus, Film ab!

 

Grußwort der Staatsministerin Prof. Monika Grütters

Prof. Monika Grütters MdB
Staatsministerin für Kultur und Medien

„Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben“, soll der berühmte Naturforscher und Weltreisende Alexander von Humboldt einmal gesagt haben. Obwohl – oder gerade weil – unsere moderne Welt näher zusammengerückt ist als vor 200 Jahren, ist es wichtiger denn je, sie im Sinne Humboldts „anzuschauen“, um sie in ihrer heutigen Komplexität zu durchdringen. Spannende und den Horizont erweiternde Reisen mit den Mitteln der Filmkunst bietet LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans.

Auch in diesem Jahr ist das Festival eine Einladung an alle entdeckungslustigen Filmlieb-haberinnen und -liebhaber zur cineastischen Begegnung mit fremden Kulturen und Welt-anschauungen und zugleich eine Hommage an das Kino als sinnlichere Alternative zum einsamen Serienkonsum auf der heimischen Couch. Mit Filmbeiträgen verschiedenster Genres und aus verschiedensten Ländern der Welt, die sich aktuellen Themen widmen und Einblicke in unbekannte Lebenswelten geben, verspricht das Festival so gemeinschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen, die über das hinausgehen, was im alltäglichen Umfeld vertraut ist. So leistet das Filmfestival LUCAS nicht zuletzt auch einen wertvollen Beitrag dazu, junge Menschen im Sinne Humboldts für Weltoffenheit und Toleranz zu sensibilisieren.

Den jungen wie auch älteren Gästen wünsche ich wunderbare Kinoerlebnisse, die auf abenteuerliche Reisen und zu bereichernden Erkenntnissen führen!

 

3 Fragen an…
Oberbürgermeister Peter Feldman, Schirmherr von LUCAS

Peter Feldmann
Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main

Warum sind Ihnen junge Filmfans so wichtig?

Kinder und Jugendliche hören und sehen ganz genau hin und nehmen manches anders wahr als die Erwachsenen – da können wir viel lernen! Als Schirmherr von LUCAS unterstütze ich sehr gerne neugierige junge Menschen darin, ihr Verständnis für die Welt, für verschiedene Menschen und Kulturen mit Filmen zu erweitern; das ist für unser Zusammenleben ungeheuer wertvoll. Vielfalt und Multikultur ist eine Frankfurter Marke – das zeigen auch die Filme bei LUCAS.

Internet, PC und Smartphone nutzen viele junge Filmfans täglich. Was könnte „digital natives“ bei LUCAS überraschen?

Smartphones zu benutzen ist hier erwünscht: Dieses Jahr können junge Filmfans bei LUCAS herausfinden, wie die Technik hinter beliebten Apps funktioniert und was Virtual Reality mit der Wahrnehmung macht. Interessant ist auch, wie Kinder und Erwachsene am Familientag selbst mit Digitalkamera, Smartphone und Tablet kreativ werden können, denn nicht nur das Zuschauen, sondern vor allem das Mitmachen steht bei LUCAS im Vordergrund.

Was wünschen Sie Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrer/innen, die LUCAS 2018 besuchen?

Ich hoffe, dass sich viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von der Kinobegeisterung anstecken lassen. Allen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich viel Spaß im und außerhalb des Kinosessels und eine Woche voll interessanter Begegnungen

 

3 Fragen an…
Minister Boris Rhein (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst)

Boris Rhein
Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst

Werden in Hessen auch Filme für Kinder und Jugendliche produziert?

Ja, in Hessen werden sogar sehr bekannte und erfolgreiche Filme für Kinder und Jugendliche produziert. Das sind zum Beispiel OSTWIND, DER KLEINE RABE SOCKE, PETTERSSON & FINDUS, HILFE, ICH HABE MEINE LEHRERIN GESCHRUMPFT, DIE SCHWARZEN BRÜDER und HAUS DER KROKODILE. Ganz besonders viele Animationsfilme entstehen in Studios im Rhein-Main-Gebiet oder werden dort visuell nachbearbeitet.

Wie sieht das Kino der Zukunft aus?

Mit dem diesjährigen Thema „LUCAS digital“ gibt das Festival sicher einen Ausblick darauf, in welche Richtung sich das Kino entwickelt: Digitalisierung wird eine noch größere Rolle spielen, vielleicht haben wir bald flächendeckend Filmangebote, in denen Virtual Reality eine große Rolle spielt. Sicher ist: die Kino-Zukunft ist spannend!

Was ist für Sie das Besondere an LUCAS?

Für mich ist das Besondere an LUCAS, dass Kinder und Jugendliche aktiv einbezogen werden: Sie stehen als Moderatorinnen und Moderatoren auf der Bühne, berichten vom Festival, üben sich selbst in der Filmkritik und bilden die Jury. Damit bereichert LUCAS die Film- und Kinokultur Hessens und nimmt in der so umfangreichen Festivallandschaft einen ganz herausragenden Platz ein. Wir sind sehr stolz, dieses internationale Aushängeschild in Hessen veranstalten zu können. Deshalb fördert die Hessische Landesregierung seit sehr vielen Jahren diese Veranstaltung. Auch in diesem Jahr beteiligen wir uns mit 30.000 Euro.

 

3 Fragen an…
Ellen Harrington, Direktorin des Deutschen Filminstituts

Ellen Harrington
Direktorin des Deutschen Filminstituts

Ihr liebster Kinderfilm?
Als Kind habe ich Klassiker wie THE WIZARD OF OZ (US 1939, R: Victor Fleming) und MARY POPPINS (US 1964, R: Robert Stevenson) geliebt und dutzende Male angeschaut. Außerdem gefielen mir Animationsfilme, besonders die Disney-Geschichten, in denen es zunächst einige Zitterpartien gab, bevor alles gut ausging, wie PINOCCHIO (US 1940, R: Hamilton Luske, Ben Sharpsteen) und DUMBO (US 1941, R: div.). Die unterschiedlichen Wege, die uns am Ende häufig wieder zurück nach Hause führen, haben mich immer interessiert.

Worauf freuen Sie sich bei LUCAS 2018 am meisten?

Dies wird mein erstes LUCAS-Festival sein und besonders freue ich mich auf die zahlreichen Möglichkeiten zum „Mitmischen“ für junge Filmfans. LUCAS ist das einzige mir bekannte Festival, bei dem Kinder und Jugendliche so stark involviert sind, vom Präsentieren von Filmen über Interviews mit Filmschaffenden hin zu den Entscheidungen über die Wettbewerbe. LUCAS gibt jungen Menschen eine Stimme, ermöglicht ihnen, mehr über das Filmemachen und die Ästhetik von Filmen zu lernen und dabei auch noch jede Menge Spaß zu haben.

Was ist Ihnen am Kino besonders wichtig?

Film ist eine erstaunliche Kunstform, die Geschichten und Gefühle über die Kraft bewegter Bilder transportiert und dabei den oder die Einzelne/n ganz persönlich berührt. Beim Aufwachsen vertiefen Kinder und Jugendliche ihr Verständnis von der Welt, und in meinen Augen ist das Kino das ideale Medium, um einen lebendigen Umgang mit Kultur und Kreativität zu fördern – in jedem Alter.