THE KID / DER VAGABUND UND DAS KIND

THE KID / DER VAGABUND UND DAS KIND

US 1921, R: Charles Chaplin, 54 Min.
Spielfilm, ohne Dialoge, FSK o.A.

Eine alleinstehende Frau setzt ihren Säugling in einer Limousine aus. Doch anstatt zu reichen Herrschaften gelangt das Kind ausgerechnet in die Hände eines Herumtreibers. Der Tramp – Chaplin-Ikone der Stummfilmzeit – zieht den Jungen mit großer Liebe und Fürsorge zu einem Vagabundenleben heran. Da wird das Kind schon mal für Gaunereien eingespannt, aber auch geschaut, dass der Hals ordentlich gewaschen ist. Die innige Beziehung der beiden gerät in Gefahr, als die Behörden John seinem Vater wegnehmen wollen. In seinem ersten Langspielfilm betrachtet Chaplin das Thema Kindheit »mit einem Lächeln – und vielleicht einer Träne« und verbindet auf einmalige Art Slapstick-Komödie mit Sozialdrama.

FR, 6.10., 9 Uhr
CineStar Metropolis

 

 

OLIVER TWIST

OLIVER TWIST

GB 1948, R: David Lean, 116 Min.
Spielfilm, DF / teils OmU, FSK 12

Oliver Twist wächst unter erbärmlichen Umständen im Heim auf. Als er die täglichen Schikanen nicht mehr aushält, reißt er aus und schließt sich einer Gruppe von Taschendieben um den alten Fagin an. Oliver muss daraufhin jede Menge Hürden überstehen, um seinem Traum von Liebe endlich näher zu kommen. David Leans erfolgreiche Charles Dickens Verfilmung knüpft an die düstere Atmosphäre der gleichnamigen Romanvorlage an und skizziert in schaurig-schönen Bildern das hässliche Gesicht der Gesellschaft im London des 19. Jahrhunderts. Ungeschönt werden in diesem Meilenstein der Filmgeschichte Armut und der Kampf ums Überleben auf den Straßen thematisiert.

DO, 5.10., 12 Uhr
Kino im Hafen 2 Offenbach

 

 

WALLAY

WALLAY

FR/BF/QA 2017, R: Berni Goldblat, 82 Min.
Spielfilm, OmeU mit dt. Einsprache, freigegeben ab 12, empfohlen ab 12

Der 13-jährige Ady hängt mit fragwürdigen Leuten herum und entzieht sich der Kontrolle seines Vaters. Als Erziehungsmaßnahme schickt der ihn kurzerhand von Frankreich nach Burkina Faso, zu Adys Onkel Amadou. Dass das kein chilliger Urlaub wird, ahnt der Teenager spätestens, als es dort tagsüber nicht einmal Strom und Internet für sein iPhone gibt. Alle wollen ihm weismachen, dass dieses fremde Land seine Heimat sei – dabei spricht Ady nicht einmal dieselbe Sprache. Erst als er seine Großmutter kennenlernt, findet er Zugang zu der anderen Welt. Zurückhaltend, beinahe dokumentarisch nähert sich der Spielfilm Fragen nach Herkunft, Heimat und Zugehörigkeit und erzählt eindringlich von Kultur und Traditionen in Westafrika.

Mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem »Best Actor« Preis, FESTiCAB Burundi 2017 und Publikumspreisen der Afrikafestivals Mailand, Angers und Tanger & Tarifa 2017

MI, 4.10., 10.30 Uhr
CineStar Metropolis

DO, 5.10., 11 UhrAUSGEBUCHT!
Kino des Deutschen Filmmuseums
zu Gast: Regisseur Berni Goldblat und Hauptdarsteller Makan Nathan Diarra
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

Zu diesem Film bieten wir pädagogisches Begleitmaterial an.

REGIE


Der Schweiz-Burkinabe ist seit 1999 als Regisseur, Produzent und im Filmverleih tätig. Sein Fokus liegt dabei auf Dokumentationen in und um Westafrika. Er ist Mitbegründer des „Cinomade“-Verbandes und der Filmproduktionsfirma „Les films du Djabadjah“ in Burkina Faso. WALLAY ist sein erster Langspielfilm.

Filmografie
2017 WALLAY / 2015 CINÉ GUIMBI MEMORIES / 2009 CEUX DE LA COLLINE / 2001 DONI-DONI B’AN BELA

 

THOSE WHO MAKE REVOLUTION HALFWAY ONLY DIG THEIR OWN GRAVES / WER DIE REVOLUTION NICHT BIS ZUM ENDE DURCHZIEHT, SCHAUFELT SEIN EIGENES GRAB / CEUX QUI FONT LES RÉVOLUTIONS À MOITIÉ N’ONT FAIT QUE SE CREUSER UN TOMBEAU

THOSE WHO MAKE REVOLUTION HALFWAY ONLY DIG THEIR OWN GRAVES / WER DIE REVOLUTION NICHT BIS ZUM ENDE DURCHZIEHT, SCHAUFELT SEIN EIGENES GRAB / CEUX QUI FONT LES RÉVOLUTIONS À MOITIÉ N’ONT FAIT QUE SE CREUSER UN TOMBEAU

„THOSE WHO MAKE REVOLUTION HALFWAY ONLY DIG THEIR OWN GRAVES / WER DIE REVOLUTION NICHT BIS ZUM ENDE DURCHZIEHT, SCHAUFELT SEIN EIGENES GRAB / CEUX QUI FONT LES RÉVOLUTIONS À MOITIÉ N’ONT FAIT QUE SE CREUSER UN TOMBEAU“ weiterlesen

THE DAY WILL COME / DER TAG WIRD KOMMEN / DER KOMMER EN DAG

THE DAY WILL COME / DER TAG WIRD KOMMEN / DER KOMMER EN DAG

DK 2016, R: Jesper W. Nielsen, 119 Min.
Spielfilm, OmeU mit dt. Einsprache, freigegeben ab 12, empfohlen ab 13

Als die Mutter von Erik und Elmer schwer krank wird, müssen die Brüder in einem Jungenheim unterkommen. Dort sind Schläge und Demütigungen durch die Erzieher um den apathischen Direktor Heck an der Tagesordnung. Die Misshandlungen, die die Kinder erfahren, prägen auch den Umgang untereinander. Für die Geschwister gibt es nur eine Lösung: die Flucht. Jesper Nielsen blickt in malerisch-düsteren Bildern auf die bedrückenden Umstände der Heimunterbringung im Dänemark der 1960er Jahre – tief berührend mit herausragenden Darstellern.

Gewinner des »Best Children & Youth Film«, Kristiansand international Children’s Film Festival 2017 und der Publikumspreise, Nordische Filmtage Lübeck 2016 und Filmfest Hamburg

DI, 3.10., 12 Uhr
Cinema

MI, 4.10., 16 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

Zu diesem Film bieten wir pädagogisches Begleitmaterial an.

TRAILER

REGIE


Jesper W. Nielsen hat einen Abschluss als Filmeditor und umfangreiche Regieerfahrung in Film und Fernsehen. Mit seiner preisgekrönten Drama-Serie BORGEN (2011–2013) etablierte er sich als vielseitiger und Erfolgreicher Regisseur in Dänemark. Sein breites Genrespektrum reicht vom Drama bis zu Komödien.

Filmografie
2016 DER KOMMER EN DAG / 2013 BADEHOTELLET (TV SERIE) / 2011–2013 BORGEN (TV SERIE) / 2008 I ET SPEJL I EN GÅDE

LA FAMILIA / DIE FAMILIE

LA FAMILIA / DIE FAMILIE

CL/NO/VE 2017, R: Gustavo Rondón Córdova, 82 Min.
Spielfilm, OmeU mit dt. Einsprache, freigegeben ab 12, empfohlen ab 14

LA FAMILIA erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Pedro und seines Vaters. Pedro und seine Freunde verbringen ihre Zeit auf den Straßen eines rauen Viertels der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Ein harter Umgangston und eine Atmosphäre von Gewalt prägen ihren Alltag. Bei einem Streit verletzt Pedro einen anderen Jungen so heftig, dass sein Vater mit ihm aus dem Viertel flüchtet. Erst auf der Flucht kommen der leidenschaftliche Pedro und sein eher vorsichtiger Vater sich langsam näher. Der Film zeigt ein Caracas, in dem es an Essen, Medizin, Wasser und Strom fehlt, und in dem jeder sich selbst am nächsten steht. Er dokumentiert die Kontraste der Stadt, und spiegelt zugleich ihre Schönheit.

Preis für den »Besten Film«, 21. Festival de Cine de Lima 2017; im Wettbewerb des »Grand Prix de la Semaine de la Critique« und der »Camera d’Or«, Cannes Film Festival 2017 u.a.

MO, 2.10., 11 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums
zu Gast: Regisseur Gustavo Rondón Córdova
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

DO, 5.10., 16 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

Zu diesem Film bieten wir pädagogisches Begleitmaterial an.

TRAILER

REGIE


Gustavo Rondón Córdova, geboren 1977, studierte Kommunikationswissenschaften in Venezuela sowie Film in der Tschechischen Republik. Sein Kurzfilm NOSTALGIA nahm 2012 am Wettbewerb der Berlinale teil. Sein Spielfilmdebüt DIE FAMILIE (LA FAMILIA) feierte 2017 in Cannes Weltpremiere und lief auf diversen Festivals, darunter Karlovy Vary, München oder Jerusalem.

Filmografie
2017 LA FAMILIA / 2012 NOSTALGIA / 2010 CARACOLES Y CASCABELES

HELMSMAN / STEUERMANN / GAMICHI

HELMSMAN / STEUERMANN / GAMICHI

IR 2016, R: Majid Esmaeili, 85 Min.
Spielfilm, OmeU mit dt. Einsprache, freigegeben ab 12, empfohlen ab 13

Vor fast einem Jahr hat Hassans Vater seine Familie am Urmia See im Nordwesten Irans ohne ein Wort verlassen. Als der See austrocknet, verliert die Familie ihre Existenzgrundlage. Dann stirbt auch noch Hassans Mutter. Doch Hassan, der jüngste Sohn, glaubt fest an die Rückkehr seines Vaters. Mit unbändiger Willenskraft stemmt er sich gegen den geplanten Verkauf des überflüssig gewordenen Schiffes der Familie. Mit Hilfe seines Freundes Naji will er den alten Kahn restaurieren und auf den Vater warten. Ein starkes, poetisches Plädoyer für die Freundschaft, aber auch ein schmerzhaft aktueller Blick auf dramatische Folgen des Klimawandels – in karger Landschaft bildgewaltig eingefangen von einer Kamera im ständigen Wechselspiel aus Licht und Schatten, Stillstand und Bewegung.

DEUTSCHLANDPREMIERE

Gewinner “Award for Best Actor” und “Award for Best Director”, Triangle FF India 2017

MI, 4.10., 8.30 Uhr
CineStar Metropolis 

zu Gast: Regisseur Majid Esmaeili und Produzent Javad Jafargholizad

DO, 5.10., 14 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums
zu Gast: Regisseur Majid Esmaeili und Produzent Javad Jafargholizad
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

Zu diesen Filmen bieten wir pädagogisches Begleitmaterial an.

TRAILER

REGIE


Majid Esmaeili wurde 1980 in Teheran geboren. Nach seinem Kunststudium wirkte er bei vielen Kurzfilmen, Dokumentationen, Langfilmen und Fernsehserien als Produzent und Regisseur mit. HELMSMAN ist sein zweiter Langfilm als Regisseur.

Filmografie
2016 GAMICHI / 2015 LITTLE BLACK FISH