40 JAHRE KINDERFILM IN OBERHAUSEN

40 JAHRE KINDERFILM IN OBERHAUSEN

Kurzfilme für Kinder gibt es seit 40 Jahren in Oberhausen zu sehen. 1978 haben die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen erstmal das ganz junge Publikum eingeladen, ausgefallene Filme zu schauen: Animationen, Spielfilme, dokumentarische und experimentelle Arbeiten aus aller Welt. Neun Arbeiten aus neun Ländern und vier Jahrzehnten stehen exemplarisch für diese Vielfalt. Von der humorvollen Dokumentation eines Geschmacksexperiments über Abenteuergeschichten und Gedankenreisen ins Reich der Tiere bis hin zu Filmen, in denen Neugier, Ärger, Wut und Versöhnung die Hauptrolle spielen. Sie geben einen Einblick in das, was Kurzfilm für Kinder in Oberhausen war, ist und sein kann.

MO, 2.10., 16 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums

BELLA UND MAX
DE 1986, R: Ulla Wagner, Gerd Haag, 16 Min., Spielfilm, ohne Dialoge, freigegeben ab 6
An einem warmen Sommerabend kann Bella nicht einschlafen. Die Geräusche von der Straße halten sie wach. Neugierig schleicht sie zum Fenster und beobachtet, wie ein Mann an der gegenüberliegenden Häuserecke mit schwarzer Farbe drei Figuren malt. Bella reibt sich die Augen: Etwas Ungeheuerliches passiert…
BUNT
AT 1991, R: Thomas Renolder, 5 Min., Animationsfilm, ohne Dialoge, freigegeben ab 6
Ein poetischer Kanon bunter Farben, Flächen und Formen, der Musik sichtbar werden lässt.
EN EL ESPEJO DEL CIELO /IN THE MIRROR OF THE SKY
MX 1998, R: Carlos Salces, 10 Min., Spielfilm, ohne Dialoge, freigegeben ab 6
Ein Bauernkind fängt ein Flugzeug, das ihm Ärger bringt.
FOUL
NO 2014, R: Rune Denstad Langlo, 6 Min., Spielfilm, ohne Dialoge, freigegeben ab 6
Ein Kind zu sein, ist manchmal ganz schön hart. Besonders, wenn man nicht zur Clique gehört. Eine humorvolle und melancholische Odyssee durch den Alltag.
HUG
JP 2013, R: Saki Iyori, 3 Min., Animationsfilm, ohne Dialoge, freigegeben ab 6
Sich umarmen, umarmen und umarmen.
MINULLA ON TIIKERI / I’VE GOT A TIGER
FI 1979, R: Liisa Helminen, Tini Sauvo, 16 Min., Animationsfilm, OF mit dt. Einsprache, freigegeben ab 6
Ein kleiner Junge hat einen schüchternen Tiger namens Kalle, dessen Existenz er geheim halten muss: Mal tarnt er ihn als Hund, mal als Schaukelpferd. All das bloß, weil die ungemütliche, alte Frau Kotilainen im selben Haus wohnt und nichts tut als rumzumäkeln. Am Ende allerdings stellt sich heraus, dass jeder der Bewohner so seine Geheimnisse hat.
SIENTJE
NL 1997, R: Christa Moesker, 5 Min., Animationsfilm, ohne Dialoge, freigegeben ab 6
Ein kleines Mädchen ist nach einem Streit mit ihren Eltern völlig durcheinander. Was tun, um ihrem Ärger Luft zu machen? Freche Beispiele, die zeigen, wie man seine Wut los wird, um sich wieder zu vertragen.
SOUR DEATH BALLS
US 1992, R: Jessica Yu, 5 Min., Spielfilm, ohne Dialoge, freigegeben ab 6
In Japan gibt es Kaugummis, die so sauer sind, dass einem die Lust auf Süßigkeiten vergehen kann. Kinder und Erwachsene verziehen beim Probieren ihre Gesichter.
TÔT OU TARD
CH 2007, R: Jadwiga Kowalska, 5 Min. Animationsfilm, ohne Dialoge, freigegeben ab 6
Eichhörnchen und Fledermaus. Welten und Tageszeiten treffen aufeinander. Das Räderwerk in der Unterwelt steuert Tag, Nacht und noch einiges mehr. Durch einen Zufall gerät dieser geregelte Alltag ins Stocken. Somit beginnt die gemeinsame Reise der beiden Einzelgänger.
  • BELLA UND MAX DE 1986 R: Ulla Wagner, Gerd Haag
  • BUNT AT 1991 R: Thomas Renolder
  • EN EL ESPEJO DEL CIELO / IN THE MIRROR OF THE SKY MX 1998 R: Carlos Salces
  • FOUL NO 2014 R: Rune Denstad Langlo
  • HUG JP 2013 R: Saki Iyori
  • MINULLA ON TIIKERI / I’VE GOT A TIGER Fi 1979 R: Liisa Helminen, Tini Sauvo
  • SIENTJE NL 1997 R: Christa Moesker
  • SOUR DEATH BALLS US 1992 R: Jessica Yu
  • TÔT OU TARD Ch 2007 R: Jadwiga Kowalska

LA FAMILIA / DIE FAMILIE

LA FAMILIA / DIE FAMILIE

CL/NO/VE 2017, R: Gustavo Rondón Córdova, 82 Min.
Spielfilm, OmeU mit dt. Einsprache, freigegeben ab 12, empfohlen ab 14

LA FAMILIA erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Pedro und seines Vaters. Pedro und seine Freunde verbringen ihre Zeit auf den Straßen eines rauen Viertels der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Ein harter Umgangston und eine Atmosphäre von Gewalt prägen ihren Alltag. Bei einem Streit verletzt Pedro einen anderen Jungen so heftig, dass sein Vater mit ihm aus dem Viertel flüchtet. Erst auf der Flucht kommen der leidenschaftliche Pedro und sein eher vorsichtiger Vater sich langsam näher. Der Film zeigt ein Caracas, in dem es an Essen, Medizin, Wasser und Strom fehlt, und in dem jeder sich selbst am nächsten steht. Er dokumentiert die Kontraste der Stadt, und spiegelt zugleich ihre Schönheit.

Preis für den »Besten Film«, 21. Festival de Cine de Lima 2017; im Wettbewerb des »Grand Prix de la Semaine de la Critique« und der »Camera d’Or«, Cannes Film Festival 2017 u.a.

MO, 2.10., 11 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums
zu Gast: Regisseur Gustavo Rondón Córdova
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

DO, 5.10., 16 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

Zu diesem Film bieten wir pädagogisches Begleitmaterial an.

TRAILER

REGIE


Gustavo Rondón Córdova, geboren 1977, studierte Kommunikationswissenschaften in Venezuela sowie Film in der Tschechischen Republik. Sein Kurzfilm NOSTALGIA nahm 2012 am Wettbewerb der Berlinale teil. Sein Spielfilmdebüt DIE FAMILIE (LA FAMILIA) feierte 2017 in Cannes Weltpremiere und lief auf diversen Festivals, darunter Karlovy Vary, München oder Jerusalem.

Filmografie
2017 LA FAMILIA / 2012 NOSTALGIA / 2010 CARACOLES Y CASCABELES

GOING TO SCHOOL / VILLADS AUS VALBY / VILLADS FRA VALBY

GOING TO SCHOOL / VILLADS AUS VALBY / VILLADS FRA VALBY

DK 2015, R: Frederik Nørgaard, 76 Min.
Spielfilm, OmeU mit dt. Einsprache, freigegeben ab 6, empfohlen ab 6

Irgendwie hat sich Villads seinen ersten Schultag ganz anders vorgestellt. Stillsitzen und blöde Regeln befolgen ist nichts für den Sechsjährigen, der lieber als »Super-Villads« durch’s Viertel fliegt, tauchend Fische fotografiert oder mit seiner besten Freundin Frida im Garten spielt. Villads schafft sich seine eigene Welt: Dabei steckt er die Menschen um ihn herum entweder an oder er treibt sie in den Wahnsinn. Völlig unaufgeregt und authentisch fängt die Kamera Villads’ Leben ein, indem sie die Geschichte aus seinem Blickwinkel – auch mal kopfüber – erzählt; immerzu begleitet von einer Band, die mit ihrer Musik herrlich gute Laune versprüht. »Villads« ist ein Film, bei dem auch Erwachsene – mit viel Spaß – etwas lernen können.

Gewinner »ECFA-Preis« für den besten europäischen Film, Oulu int. Children’s Film Festival 2016 und Publikumspreis Vienna international Children’s Film Festival 2016

MO, 2.10., 9 Uhr → AUSGEBUCHT (für Schulklassen)
Kino des Deutschen Filmmuseums
zu Gast: Regisseur Frederik Nørgaard
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

SA, 7.10., 10.30 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums
Nach Voranmeldung: LUCAS Leinwandgespräch

Zu diesem Film bieten wir pädagogisches Begleitmaterial an.

TRAILER

REGIE


Frederik Nørgaard begann seine berufliche Laufbahn als Schauspieler am Theater. In seiner Heimatstadt, dem dänischen Aarhus, gründetet er 2001 das preisgekrönte »Von Baden«-Theater, in dem er noch immer als künstlerischer Leiter, Schauspieler und Produzent tätig ist. Mit VILLADS AUS VALBY (VILLADS FRA VALBY) fand er 2015 seinen Einstieg in die Filmbranche. Seinen zweiten Spielfilm KIDNAPNING beendete er im Jahr 2017.

Filmografie
2017 KIDNAPNING / 2015 VILLADS FRA VALBY / 2001 KUPPET

 

 

BRAZIL

BRAZIL 

FILMVORFÜHRUNG

MI, 21.09., 18:30 Uhr
Kino des Deutschen Filmmuseums
Original mit englischen Untertiteln

Karten können während des Festivals am Tag der Vorstellung nur an den jeweiligen Kassen Countern erstanden werden. Kartenbuchungen für Folgetage sind – mit Ausnahme der Caligari FilmBühne – telefonisch unter 069 961 220 678 möglich.

GB 1985, Regie: Terry Gilliam, 142 Min., Spielfilm, OmeU
FSK 12, empfohlen ab 12

In einem auf lückenlose Überwachung angelegten, durchstrukturierten und bürokratisierten Staat versucht die Regierung alles, um Terroristen ausfindig zu machen. Durch einen Fehler im Archiv der Abteilung für Informationswiederbeschaffung des allmächtigen »Informationsministeriums« (Ministry of Information – M.O.I.) kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung. Sam Lowry – bis dahin ein unauffälliger Durchschnittsbürger – muss aufklären, wie der Nachname eines Terroristen Tuttle mit dem Namen eines unschuldigen Normalbürgers Buttle durcheinander gebracht werden konnte. BRAZIL entwirft eine Dystopie, die uns gut 30 Jahre nach der Premiere des Films erschreckend nah ist. (SW)

Nominiert Oscar®, Academy Awards 1986

TRAILER

REGIE

Terry Gilliam studierte Politikwissenschaft am Occidental College in Los Angeles. Er arbeitete zunächst als Zeichner für das Satiremagazin „Help!“, bevor er mit britischen Komikern den „Monty Python’s Flying Circus“ gründete. Dort war er als Regisseur, Autor, Schauspieler und Animator tätig. Sein Regiedebüt gab Gilliam 1977 mit JABBERWOCKY. Sein Film BRAZIL wurde zu einem echten Kultfilm.

Filmografie (Auswahl)
2013 The Zero Theorem / 2009 The Imaginarium of Doctor Parnassus / 2005 Tideland / 1998 Fear and Loathing in Las Vegas / 1991 The Fisher King / 1985 Brazil / The Crimson Permanent Assurance /
1977 Jabberwocky / 1975 Monty Python and the Holy Grail / 1974 The Miracle of Flight / 1968 Storytime